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Archive for Mai 2010

Leider machte sich ein Virus über unseren Zoom Laptop breit und so können wir keine Fotos von den Wildnistagen mit JuCan präsentieren aber lang sudern bringt nix, denn eine Woche danach ging es nach Paris.

Fast 40 Leute machten sich mit dem Reisebus auf in die französische Hauptstadt. Nicht nur die Sehenswürdigkeiten sondern auch Sozialeinrichtungen von Kirche und Politik standen am Programm. In der ersten Nacht kurz nach der Ankunft machten wir nur mehr einen kleinen Spaziergang durch das Viertel wo unser Hotel stand. Um am nächsten Tag fit zu sein ging es bald ins Bett. Am Vormittag des zweiten Tages wartete schon Elizabeth Gaultier auf uns, eine aus Österreich emmigrierte Französin. Stark verwurzelt bei der KP Frankreich und der Gewerkschaft CGT führt sie mehrere Sozialprojekte. Sie gab uns eine kleine aber feine Einführung in den Ist Zustand in der Sozialgestaltung und Unruhe Welt der Franzosen. Rentendebaten wo Jugendliche mitreden, Streiks die mehrer Monate dauern, mehrere Selbstmorde wegen Verkauf der Telekom und Menschen ohne Papiere (Sans Papiers) die arbeiten und Sozialleistungen bezahlen aber keine bekommen, ließ uns schon erahnen das die Uhren hier anders ticken.

Am Nachmittag dieses Tages gab es noch eine ausgeprägte Stadtrundfahrt mit allen Sehenswürdigkeiten im Tageslicht und in der Nacht schimmernd. Ich möchte mich hiermit bei allen König Lüdwiche bedanken für die schönen Gebäude. Von der Polizei davon laufende illegale Verkäufer von kleinen Eiffeltürmen ließ die sozialen Unterschiede am eigenen Leibe spüren.  Sonst ein friedliches Miteinander aller Hautfarben und Nationalitäten in den Metros und Strassen von Paris so weit wir das empfinden konnten.

Am dritten Tag besuchten und beteiligten wir uns an einer Demo der Sans Papier, Arbeiter oft aus ehemaligen Kolonienstaaten die nicht arbeiten dürfen aber mit gefälschten oder anderen Papieren seit Jahren arbeiten. Jeder weiß davon, vom Chef der Firmen, einzelne solidarisierten sich mit ihren Arbeitern, bis zur Regierung. Die Forderungen der Sans Papier sind ganz einfach, Anerkennung ihrer Arbeit und die dazu gehörenden Papiere um in Frankreich zu leben und für die eingezahlten Sozialleistungen diese auch bekommen. Äußerst friedlich verlief die Demo obwohl die Situation der Betroffenen sehr brisant und prekär ist. Wir wurden extra vom Veranstalter, ein Gewerkschafter der cgt, über das Megaphon begrüßt und die Freude über die Solidarität der anwesenden Österreicher war groß.

Danach ging es zu Paul Berenberg und seiner Dienststette. Paul ist nämlich Linzer aber macht in Paris seinen Auslandzivildienst in einer Holocaustgedenkstätte. Er erzählte uns viel von seiner Arbeit aber auch von seiner Zeit als junger Österreicher in Paris und den inkludierten Erlebnissen. Ein spannender Nachmittag.

Am selben Tag ging es am späten Nachmittag in das Botschafterviertel, was für ein Kontrast zum Vormittag, um Wolfgang Petritsch den österreichischen Botschafter in der OECD bei ihm zuhause zu besuchen. Hr. Petritsch begrüßte uns mit zwei Kolleginnen. Gemütlich in seinem Wohnzimmer hörten wir über die Aufgaben und täglichen Bewältigungen der OECD. Dieser Vortrag dauerte nicht lange denn die Diskussion über die sozialen Situationen mancher Menschen in Frankreich, Europa und Österreich entbrannte hier letztendlich. Schön anzusehen mit so hohen PolitikerInnen auch einmal ehrlich über vieles diskutieren zu können. Das es den Dreien ein Anliegen war ein Stück Veränderung herbei zu führen kann man nicht abstreiten, mal schauen wie weit es hier einen Bewegungsspielraum gibt. Nach diesen sehr guten Treffen mit anschließenden sehr guten Buffet bei Hr. Petritsch zuhause, danke noch einmal dafür, ging es für einige eher jüngeren Semesters noch in die Stadt. Doch zu lange war der Tag, so kam es zu keinen extremen Touren durch Paris. Wahrscheinlich spielte auch der Preis mancher Getränke nach der Happy Hour seine Rolle.

Am Samstag bekamen wir noch eine Führung durch das Viertel Mareis mit seinen schönen Innenhofgärten. Am Nachmittag hatten sich einige frei genommen und ein Teil der Gruppe fuhr zum größten Flohmarkt Europas. Samstag Abend verbrachte jeder wieder so wie er wollte und auch da blieben Exzesse aus.

Am Sonntag trennte sich die Truppe in zwei Teile, die einen frönten dem Konsum des bittersüßen und verabschiedeten sich Richtung Disney Land und verbrachten einen Tag mit Junk Food und lärmenden Kindern in knalligen Farben. Der andere Teil der Gruppe verabschiedete sich auch vom engen Kern der Stadt und fuhr ein wenig außerhalb in ein „heißes“ Viertel namens Marne la jolie um die Sonntagsmesse zu feiern. Begrüßt wurden wir von der Schwester Hortense die auch im Bereich der ArbeiterInnenseelsorge arbeitet. Gemeinsam mit der Gemeinde feierten wir die Tauferneurung einiger Jugendlichen. Auch hier war die entspannte Atmosphäre beim gemeinsamen feiern zwischen den verschiedenen Nationalitäten, Kulturen und Hautfarben eine Genugtuung.

Weiter ging es zum Abschluss unserer Reise nach Limay, 70 Kilometer entfernt von Paris, kleines hübsches Dörfchen mit kommunistischen Bürgermeister. Hier besuchten wir die Ortspfarre samt angehenden Diakon und Pfarrer. Aus den Treffen wurde eine sehr herzliche und begeisternde Unterhaltung über ArbeiterInnenpastoral und viel Platz für Kennenlernen. Nach schnellen Besuch des Kircheninneren mussten wir uns leider wieder verabschieden. Die letzte Stunde wurde noch in Paris verbracht und dann ab nach Disneyland die anderen abholen und dann heim in 13 Stunden.

Danke an Hubert für die Hauptorganisation! Danke an das Vorbereitungsteam und den Übersetzerinnen! Danke für Franz den Busfahrer der uns gut durch paris brachte… nächstes Jahr ROM…

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